19.05.2021

Tour de Suisse: Ein Frauen-Feld in Frauenfeld

«Nachdem die Tour de Suisse letztes Jahr wegen der Pandemie ausfiel, freuen wir uns dieses Jahr speziell, dass Frauenfeld den Start der TdS am 6. Juni durchführen kann». Anders Stokholm, Präsident des lokalen OKs, zeigte seine Freude an der Medienkonferenz deutlich. Und auch Olivier Senn, Direktor der Tour de Suisse, schaut dem Startschuss nach dem Jahr der Ungewissheit sehr positiv entgegen. Für ihn neben dem Männerrennen vor allem spektakulär: Die Tour de Suisse Women, die erstmals durchgeführt werden kann.

Der erste Grossanlass in der Region Frauenfeld seit fast anderthalb Jahren ist in Sichtweite: Nachdem die Thurgauer Kantonshauptstadt bereits letztes Jahr als Start-Hub der Tour de Suisse bereit stand, die Corona-Pandemie dem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung machte, gilt es nun ernst: Am Sonntag, 6. Juni, wird um 14.15 Uhr in der grossen Allmend die erste Etappe gestartet, ein Einzelzeitfahren auf einer Rundstrecke von 10,9 Kilometern, die durch einige Quartiere von Frauenfeld, hinaus Richtung Felben und wieder zurück auf die Allmend führt.

Tour de Suisse Women
Bereits am Samstag gibt es einen weiteren Höhepunkt: «Mit der erstmaligen Durchführung der Tour de Suisse Women setzen wir ein starkes Zeichen», freute sich Tour-Direktor Olivier Senn anlässlich der Medienkonferenz in Frauenfeld. Die Samstagsetappe mit Massenstart führt über zwei Runden in die Region des Seerückens, die Gesamtdistanz beträgt 114,3 Kilometer. Am Sonntag um 10 Uhr führt die zweite Etappe, ebenfalls mit Massenstart, zehn Mal über die fast gleiche Rundstrecke wie die des Männerrennens am Nachmittag. Hier gilt es für die Fahrerinnen, gesamthaft 96,8 Kilometer zu meistern.

Tour ohne Publikum
Leider, so Senn weiter, muss die diesjährige Tour aber ohne Zuschauer und Attraktionen stattfinden – die starke Berichterstattung im Fernsehen (eineinhalb Stunden pro Etappe der Frauen und zwei Stunden pro Etappe der Männer) soll diesen Punkt ein wenig wettmachen. Als besonderen Leckerbissen beim Männerrennen erwähnte er das Duell der beiden Spitzenfahrer aus der Region, von Stefan Bissegger und Stefan Küng.

Spezielle Herausforderungen
Coronabedingt gilt es für die Organisatoren, spezielle Herausforderungen zu meistern, um den Vorgaben zu entsprechen. Ein Schwerpunkt liegt dabei, wie der Frauenfelder OK-Vizepräsident Urs Steppacher erklärte, bei der umfassenden Sicherung des Start-Zielgeländes aufgrund des Pandemie-Schutzkonzepts. Aber auch sonst gab es einige Stolpersteine, wurde doch bis vor kurzem in den verschiedensten Varianten (viel, wenig oder kein Publikum) geplant.

333-er Spiel mit attraktiven Preisen
Ebenfalls mit einer schwierigen Ausgangslage hat das Sponsoring- und Fundraisingteam zu kämpfen, wie Claudio Bernold erläuterte: Da die aktuelle Pandemie das lokale Gewerbe stark trifft, waren nur wenige Sponsoringangebote möglich. Er zog das Fazit «Keine Zuschauer – keine Gastwirtschaft – keine Einnahmen». Mit dem 333-er Spiel unternimmt das OK nun noch einen Anlauf zur Sicherung der Finanzen: 333 Personen können daran teilnehmen, es gibt je ein Los für den Preis von einem bis zu 333 Franken. Wer sich für das Spiel anmeldet, weiss noch nicht, wieviel er bezahlen muss, dies wird zugelost. Dank attraktiver Preise – es winkt ein Velo des Fahrradherstellers Tour de Suisse als Hauptpreis – gehen die Verantwortlichen von einer starken Beteiligung am Spiel aus. Mitspielende können sich über sponsoring@tds-frauenfeld.ch anmelden.

Die besten Radrennfahrer der Welt
«An der Tour de Suisse werden auch dieses Jahr wieder die besten Radrennfahrer der Welt teilnehmen, was sicher eine tolle Rennatmosphäre erzeugt. Der Anlass ist nicht nur für die Sportwelt wichtig, sondern auch für die regionale Wirtschaft: Er generiert viele Übernachtungen in der Region, was den Hotels in dieser Zeit besonders willkommen ist», führte der Frauenfelder OK-Präsident Anders Stokholm aus. «Unsere Vorbereitungsarbeiten sind auf Kurs, wir warten gespannt auf den Startschuss der diesjährigen Tour de Suisse am Wochenende vom 5. und 6. Juni auf der Allmend in Frauenfeld».